ATH-Geschichten 

ATH-Geschichten ereignen sich vor allem in unserem Gruppenalltag. Es sind Ereignisse, die sich vom normalen Geschehen abheben, lustig , traurig, gefährlich oder in irgendeiner Weise erwähnenswert sind. Hier schreiben nicht die Kunden sondern die Trainer. Den letzten Beitrag sieht man immer zuerst. Also ruhig ein bisschen stöbern, ob vielleicht eine Geschichte von Ihnen bekannten Wauzis dabei ist! 00020837tcatlesung.jpg

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image_hundenase_im_zaun.jpgWie halten sie das alles aus???…….

 

Eigentlich haben wir doch alle Möglichkeiten zur Veränderung, könnten alte Einstellungen hinterfragen und Ängste, dass der Hund die Weltherrschaft übernehmen will, könnten doch nun endlich abgelegt werden.

 
Trotz  Rütter-, Noack- und Milan-Anhängerschaft, müssten doch alle schon mal davon gehört haben:  Hunden geht es wie uns selbst - sie haben Gefühle. Sie können sich freuen, sich ängstigen, depressiv und hilflos sein, voller freudiger Erwartung mit ihren Menschen Dinge tun, voller Misstrauen und in Erwartung unangenehmer oder schmerzhafter Einwirkungen ihren Menschen folgen ……..

 

Ich werde nie verstehen warum sie das ganze Unheil, das ihnen ihre Menschen antun, mit solcher Geduld aushalten und sich nicht dagegen wehren.

 

Jeden Tag sehe ich in den Gruppen das gedankenlose Hinundherziehen der Hunde an der Leine. Es ist wie ein Reflex, bewegt sich die Leine in der Hand (also der Hund, der da dran hängt), folgt das Heranziehen ohne irgendeine Warnung. Nur weil sie auf vier Beinen stehen, fallen sie nicht andauernd um. Das ist meist nicht mal böse gemeint, einfach nur „normal“. Ich rede nicht vom Leinenruck oder "Leinen-Impuls", nein, ich meine die ganz selbstverständiche Handhabung der Leine, wie den Henkel an der Tasse. 

 

Ich stell mir immer an Stelle des Hundes ein Kind mit Halsband oder auch Brustgeschirr vor. Würde es , wie ein Hund, an der Leine geführt werden, läge es ständig der Länge nach am Boden. Es hat ja nur zwei Beine…….

 

Dann seh ich oft die sogenannten Beweise, dass der Hund gut gehorcht, die manche Menschen immer wieder brauchen: dem Hund wird ein Leckerchen gekullert, Hund läuft freudig hinterher und kurz bevor er es hat, brüllt man ihm ein lautes NEIN hinterher. Natürlich sieht man, dass das schon unzählige traurige Male „geübt“ wurde. Denn der Hund bricht fast zusammen und nimmt seine ganze Impulskontrolle zusammen, um der Verlockung zu widerstehen. Gönnerhaft bekommt er dann ein „okay“……

 

Ich bin ganz und gar kein Gegner von „Nein-Spielchen“, wenn sie für den Hund durchschaubar sind und nicht gemein    aber wenn sie Regeln haben wie „jaaa, hol dir das Leckechen – WEHE nimmst du es – nimms dir…“,
da könnte ich brechen……..

 

 Ich spür auch genau, wenn zu Hause andere Erziehungsmethoden durchgeführt werden als hier. So mancher dreht sich zu Hause nicht weg , wenn der Hund ihn z.B. anspringt.  Immer noch meint der eine oder andere mehr Erfolg zu haben, wenn man dem Hund das Knie in den Bauch rammt.  Der Hund springt dann nicht mehr vor Freude, sondern um seinen unbeherrschten Menschen zu beschwichtigen.....

 

telefonbilder_025.jpgManchmal versuche ich, wenn ich im Auto unterwegs bin, Hunde einfach nicht mehr zu sehen. Ich blende sie aus. Es tut mir weh, wenn sie an ihrem Halsband fast erwürgt werden, in Begegnungen fast stranguliert nur noch die Hinterbeine den Boden berühren, oder wenn sie an der Fahrradstange befestigt, bei 30 Grad mitlaufen müssen, wenn alten Hunden an der Fussgängerampel der Hintern runter gedrückt wird, obwohl sie lieber stehen wollen, weil das Hinsetzen schon so sehr beschwerlich ist……..

 

Wenn ich sehe wie ängstliche Hunde vorm Supermarkt angebunden werden, direkt neben den scheppernden Einkaufswagen, ausgeliefert an kurzer Leine, bedrängt von vielen unbekannten , vorbeihetzenden Beinen, fremden Kindern, Hunden……  warum beißen sie nicht einfach zu ????  Ach ja, sie sind ja gut erzogen und sein Mensch frei von jeglichem Einfühlungsvermögen.....

 

Es gibt so viele alltägliche,  „normale“ unzumutbare Zustände, in denen Hunde leben müssen. „Normale“ Zustände,  über die sich kaum jemand Gedanken macht, die aber bei genauerem Hinsehen so bedauerlich sind , dass man sich wünscht in seinem nächsten Leben nicht als Hund geboren zu werden…….(das ist wirklich eine große Angst von mir)

 

Ich hasse Leinen, die für Hunde zur Falle werden, an denen sie wie leblose Objekte gehalten, gezogen und geschoben werden. An denen sie ausgeliefert sind, wenn sie durch Situationen gezerrt werden, die ihnen Angst machen. Die sie an Menschen binden, die ihnen Schmerzen zufügen, die sie in Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit treiben.

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Dennoch:

Leinentraining ist ja wirklich wichtig. Es sollte deshalb mit Einfühlungsvermögen und durchdacht durchgeführt werden und es dauert seine Zeit. Mit Messer und Gabel kann Mensch ja auch nicht schon im Kindergarten essen. In der Pubertät sieht man die Notwendigkeit von Benimmregeln erst recht nicht ein und dann wird man langsam erwachsen und ist mehr oder weniger bereit für das Establishment.....


Die Leine nimmt dem Hund seinen freien Willen, sein ganzes Leben lang wird er fremdbestimmt und kontrolliert leben müssen. Sollte es daher nicht selbstverständlich sein, dass man ihm diesen Zustand so artgerecht und einfühlsam wie möglich vermittelt. 

 

Je älter ich werde, um so klarer wird mir, dass der Erfolg beim Führen von Hunden nicht von Durchsetzungsvermögen und Wissen abhängt. Sondern von Zuneigung, Begeisterung, Intuition, Empathie und dem Wunsch nach Resonanz. Hat man das alles, kann man nicht so viel falsch machen.....

 

Hunde sind lebendig -  was ist schlimm daran,

dass sie mal den Schalk im Nacken haben,
dass sie mal ein bisschen widersprechen,
dass sie mal versuchen „wichtigeren Terminen“ nachzugehen, bevor sie sich abrufen lassen,
dass sie mal testen, ob man an gute Sachen kommt, auch wenn sie auf dem Tisch stehen,
dass sie ungeduldig werden, wenn sie unverständliche Botschaften kriegen,
dass sie sich verweigern, wenn ihnen etwas unangenehm ist,
dass sie einfach aufhören zuzuhören, weil sie überfordert sind,
und dass sie ihr Glück bei Artgenossen suchen, weil man mit denen, anders als mit Herrchen, einfach Spass haben kann

das sind alles Dinge, die bei einem Kind oder bei einem Freund dazu führen würden, dass man miteinander redet.………

 

 

 

bruno.jpgUnd hier noch etwas zum Schmunzeln,

es zeigt wie Hunde wirklich denken:

 

Das ist Bruno!

Im besten Mannesalter, unkastriert und wichtig. Er hat unheimlich viel zu sagen, wenn er Artgenossen trifft und sehr viel zu tun, wenn er unterwegs ist.  Wenn er ein Loch im Zaun findet sagt er „ich bin dann mal weg…..“

 

Er sorgt dann durch Pinkeln hier und Pinkeln da , dafür, dass alle im Dorf wissen, dass es ihn gibt. Das ist wichtig, weil er ja auch nicht so besonders groß ist. Ein Dackel und ein Schäferhund sind in ihm wahrscheinlich vereint.

 

Frauchen holt manchmal Kräuter aus dem Garten – wie auch vor ein paar Tagen. Sie hat sie ins Wasser gestellt und auf den Tisch. Natürlich hat sie nicht so eine gute Nase wie Bruno und wahrscheinlich hat sie  nicht gerochen, dass sich daran schon jemand verewigt hat. Katze, Hund, Maus – sie wird es nie erfahren. Aber sie hat ja Bruno !!! Das konnte er nicht so stehen lassen. Arbeitsam und zuverlässig, wie er seine Aufgaben halt gewohnt ist zu erledigen, ist ihm nix zu hoch oder zu unbequem. Vom Stuhl auf den Tisch war kein Problem und die Pinkeldusche über die Kräuter sowieso nicht.

 

So, jetzt sind sie wieder „unser“ -  Frauchen -  hab ich für dich getan………Cool

 

 
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