10.12.2012, Fuchsräude - wenn der Hund krank ist..../ Abschied von Leon
10.12.2012, wenn der Hund krank ist, ist es auch sein Mensch…….. 

leni_mit_kragen_img_0419.jpggenau so ist es bei uns. 

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Seit 2 Monaten leben wir im Ausnahmezustand. Angefangen hat die ganze Tortur  wohl mit einem Floh!  Auf meinem weißen Hund hab ich ihn gut sehen können und ihm auch gleich den Garausgemacht. 

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Natürlich wurden alle mit Frontline behandelt -  Leni, Daschka und Irmchen. Nur Leon blieb verschont, denn er war da schon auf dem Weg in den Katzenhimmel und er hatte es nicht mehr weit.

Leons letzte 2 Wochen haben mich sehr belastet, schließlich steckt man telefonbilder_037.jpgso einen Abschied nicht so leicht weg, wenn dann auch noch die Entscheidung des Zeitpunkts auf den eigenen Schultern lastet. 

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Ich hab es mir nicht leicht gemacht, denn Leon war schon was besonderes mit seinen verdrahteten Hinterbeinen. Während seines Aufenthalts  im Katzenhaus hat er als Freigänger einen Unfall gehabt und die Beinchen brauchten Verstärkung zum Heilen.

Er war so ganz anders als andere Katzen, die bei mir lebten. Er war ein Auf-den-Arm-Kater. Man konnte ihn stundenlang mit sich rumschleppen, egal wohin, er fühlte sich auf dem Arm immer wohl. Mein Rücken wünschte sich da oft was anderes, aber ihm zu liebe war ich tapfer.

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Er kam mit seinen gemächlichen Schritten ab und an mit in die Welpengruppen zum „Katzenkennenlernen“ und trotz seiner Behinderung kam er über unsere Zäune und Gott sei dank auch einmal auf einen Baum auf den ihn die Huskys Holly und Scotty gejagt hatten.

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 Vom ersten Tag an , da war er schon 9 Jahre alt, war er hier zuhause und meine Hunde mochten ihn.  Er war ein fleißiger Jäger und zu meinem Leitwesen schenkte er mir so manche tote Maus. Leider war er gegen alles allergisch, was man sich so denken konnte - scheinbar auch gegen Mäuse. Er hat sie zwar gern gefressen, aber nicht drin behalten können.

Der Abschied von Leon war sehr schwer und ich glaube, dass mein Lenchen in dieser Zeit mit mir trauerte und ihr Immunsystem vielleicht auch darunter zu leiden hatte. 

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Damit sind wir wieder bei dem Floh. Der löste nämlich bei Leni eine telefonbilder_028.jpgallergische Reaktion aus,  jetzt im Alter von 10 1/2 Jahren! 

In den Ohren gab es offene Stellen, blutiggekratzt dann verschorft, immer wieder neue.

Möglicherweise war ihr Immunsystem sehr geschwächt oder es war ein besonders gemeiner Floh, so dass sie überall auf der Haut kleine pusteliege Stellen bekam, die juckten und sich durch ihr Knabbern und Lecken vergrößerten und bald auch entzündeten. Hier auf dem Foto ist sie noch unversehrt.

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Eine kurze Zeit hatte ich Angst, dass es etwas bösartiges sein könnte. Denn Frontline war wenig hilfreich, obwohl ich kein einziges kleines Lebewesen mehr auf ihr , Daschka und Irmchen fand.

Unsere Tierärztin nahm Blut und Proben vom Gewebe und schickte es ein und gab ihr ein Antibiotikum.

Das Ergebnis der Biopsie, einpaar Tage später,  war eine Allergie auf stechende und beißende Insekten, Gott sei dank kein Hautkrebs.

 Inzwischen sah mein Weißer Schäferhund schon ziemlich gerupft aus. Überall hab ich ihr das Fell abgeschnitten um dem Juckreiz etwas die Stirn zu bieten und um die Stellen behandeln zu können.  Mit Silberspray hab ich die nässenden und entzündeten Stellen besprüht und die Tierheilpraktikerin hat versucht die Leber und Nieren wieder auf Vordermann zu bringen, da sie ja auch schon lange Schmerztabletten für ihre Arthrose bekommt.

Was für schlimme Wochen!

CryBeim nächsten Tierarztbesuch war die Haut schon sehr großflächig betroffen und voller Bakterien, so dass sie schon wieder ein Antibiotikum brauchte. Wieder wurde Blut abgenommen, weil der Verlauf so unbefriedigend war. Der Bauch wurde rasiert, das Knie und die Ellenbogen, damit man sie besser waschen und eincremen konnte.

Mir war zum heulen, denn dazu kam ja auch die ständige Beobachtung, damit sie nix wieder aufkratzt, der Trichter, und die vielen Kragen, die ich geborgt oder gekauft hatte um ihr den Trichter zu ersparen.

Alles war nur dann ein Schutz, wenn man auch die Hinterbeine mit dicken Socken bezog, damit sie sich nicht kratzen konnte. Im Umgestalten von T-Shirts wurde ich immer besser um sie vor ihren Krallen zu schützen. Ich nähte ein Röckchen aus einer beschichteten Tischdecke um ihre wunde am Knie zu schützen, überall kam sie trotz Kragen ran. Seit 8 Wochen ist Schlaf für mich zum Luxus geworden, denn diese Kratzanfälle musste ich unbedingt verhindern, weil sonst die Freude über zuheilende Stellen in Panik und Hektik umschlug, wenn sie wieder aufgekratzt oder aufgeknabbert wurden.

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Wir beide nahmen Rescue-Tropfen!

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Ans Alleinlassen war nicht mehr zu denken, so dass Gudrun die Gruppen anfing alleine zu betreuen oder ich Leni mit in die Halle nahm und da für sie ein Lager machte. So hatte ich sie immer im Auge. Leni lernte bald zu mir zu kommen, wenn sie wieder kratzen wollte. Ich konnte dann behandeln und das Schlimmste verhindern. Aber wehe wenn sie alleine war! 

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Der letzte Bluttest ergab nun die Diagnose „Fuchsräude“.  Ach war ich froh – endlich die Diagnose zu kennen und endlich gezielt behandeln zu können.

Die Freude hielt nicht lange an. Es gibt da so einen Gen-Defekt bei einigen Hunderassen und meine gewissenhafte Tierärztin stellte sofort Nachforschungen an, ob weiße Schäferhunde auch davon betroffen sind: Natürlich, wie soll es auch anders sein, viele Weiße haben diesen Defekt!

Das Mittel der Wahl , nämlich Ivomec, bei Fuchsräude könne sie Leni nun nicht geben, sie könnte daran sterben. Erst musste ein Gentest gemacht werden. Wieder warten und hoffen dass das Alternativmittel,  Advocat, das ihr inzwischen verabreicht wurde, hilft.  

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Inzwischen weiß ich, es hilft zumindest nicht so wie ich es mir erhofft hatte – schließlich fällt die „Milben-Armee“ ja nicht gleich tot um! Immer wieder neue Stellen, extrem empfindliche Haut, immer wieder Juckanfälle, die Ohren sind heiß. Hinzu kommt die Angst, dass sich Daschka doch noch ansteckt und was ist überhaupt mit der Hundeschule, der Halle, dem Platz, den vielen Hundekunden ??????

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Ich rief also beim Veterinäramt an und machte mich schlau. Dort sagt man mir , dass Fuchsräude nicht meldepflichtig sei, dennoch sehr ansteckend. Anstecken kann man sich an jedem Zweig , Baumstamm wo ein Fuchs sich geschubbert hat, an jeder Liegefläche wo ein Fuchs oder ein infiziertes Tier gelegen hat.  Ich erfuhr auch, dass die Fuchsräude sich immer mehr verbreitet und dass die Jäger, die ja auch alle Hunde haben, das wüssten.  Immer wenn ich es irgendwo erwähne, heißt es „ach, das hatte der und der auch“ . Wieso sagt denn keiner was? Das ist doch nicht in Ordnung! Warum steht das nicht in der Zeitung, wenn so etwas umgeht.  

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hundmachtsichgedanken.gifAls erstes, nach der Hiobsbotschaft,  ließ ich die Halle saugen und versprühte großflächig Ardap.  Petrus half auch mit, denn er schickte genau in dieser Nacht 10 Grad minus und das tötet die Milben ab. Alle  Hundedecken, Bettzeug usw hing draußen im Frost auf der Leine und ich wasche und sauge immer noch wie blöd : Im Kampf gegen diese überflüssigen Lebewesen – das wäre doch gelacht!  

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Heute hatte ich die Idee, das Ergebnis des Gentests zu beschleunigen und jammerte noch mal in der Tierarztpraxis vor. Man rief im Labor an und schon war unser Schutzengel am arbeiten: das Ergebnis liegt vor und Leni hat den Defekt nicht!!!!!!  Ich freu mich, denn nun kann sie ja richtig behandelt werden.

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Leider bekommen wir das aber erst in 1 Woche schwarz auf weiß und ich muß es nun einfach glauben und der Tierärztin die Erlaubnis geben, Leni zu behandeln.  In der Hoffnung, dass sich da keiner im Labor geirrt hat werde ich heute Nachmittag in die Praxis fahren ………. 

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kranke_leniimg_04241.jpgDa komm ich nun gerade her und bin etwas irritiert weil mir der Vorschlag gemacht wurde doch bei der Behandlung mit Advocat zu bleiben, weil Ivomec für Hunde gar nicht zugelassen ist und unschöne Nebenwirkungen haben könnte.

Da saß ich nun und meine Erleichterung über das Ergebnis des Gen-Tests war erst mal wieder gedämpft, denn nun weiß ich zwar dass sie den Defekt nicht hat, aber die Aussicht auf einen schnellen Behandlungserfolg hab ich nun nicht mehr.  Nun wiederholen wir in 2 Wochen Advocat und hoffen, dass es denn doch auch mal sichtlich besser wird. Falls nicht – den Gentest haben wir ja schon mal in der Tasche……..- vielleicht ist er ja doch irgendwann einmal für uns nützlich.

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weihnachtsmann_winkt.gifIch hoffe, dass sich kein Wauzi bei uns angesteckt hat und auch nicht an irgendwas draußen in der schönen Natur, damit ihr ruhige Weihnachtstage haben könnt. 

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Da ich meinen Hund zur Zeit  nicht mehr ohne Aufsicht lassen kann, es sei denn ich leg sie ins Koma, denken wir über eine kleine Hundeschul-Pause nach. Dazu findet Ihr dann in Kürze was unter Termine.
 
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