Pubertät
2012_fliegende_hunde2.jpgPubertät: Ist das noch mein Hund??? .Ja, ganz bestimmt, aber er tickt anders! In die Welpenschuhe passt er nicht mehr, von seinen Milchzähnen hat er sich verabschiedet und die Hormone sagen „hallo“. Man merkt es, wenn das Schnuppern unterwegs intensiver wird, bereits brav befolgte Kommandos von ihm als unbekannt abgehakt werden und der Hund nun bereit scheint die Weltherrschaft zu übernehmen.

Die gute Botschaft ist: das ist ganz normal ! 

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Dass der jugendliche Hund manchmal wie gekniffen, kaum erreichbar und stark reizanfällig ist, liegt an der veränderten hormonellen Situation in dieser Entwicklungsphase Es sind aber nicht nur die Geschlechtshormone, die anfangen fleißig zu arbeiten. Sein Gehirn ist gerade eine Großbaustelle. Die Natur wappnet sich für die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Zum Erwachsensein gehört die Ablösung von den Eltern, das Anführen eines Rudels, die Aufzucht der Nachkommen, die Verteidigung von Ressourcen und des Reviers und vieles mehr. Die körperlichen und seelischen Veränderungen dabei sind dramatisch und machen uns im Zusammenleben mit unserm Hund ziemlich zu schaffen. Denn alles das, vorauf die Natur den Hund nun vorbereiten will, haben wir als Hundeführer für unseren Hund gar nicht vorgesehen.
Wir wollen nicht,  dass er sich von uns ablöst und eigenständig wird. Im Gegenteil, er bleibt schließlich bis zu seinem Lebensende in unserer Obhut und durch uns fremdbestimmt. Aber die Pubertät findet statt! Dazu gehört das Aufmüpfigsein, Widerworte, Streitlust, Risikofreude und der Größenwahn. Denn die Bereitschaft Grenzen zu überschreiten und auszutesten um sich weiterzuentwickeln hat die Natur so eingerichtet, damit ein Lebewesen eigenständig überleben kann.
Es bleibt uns gar nix anderes übrig, als diesem biologischen Programm Raum zu geben. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir uns von unserem Hund nun überall hin ziehen lassen sollen und auch nicht, dass wir denken sollen „kommt er heut nicht, dann kommt er eben morgen…“.  Es bedeutet lediglich, dass wir mit unserem Wissen und der Einsicht in diese schwierige Problematik, einen langen Atem entwickeln müssen. Gelassenheit und Geduld sind hier gute Ratgeber.  Auch wenn es zur Zeit so aussieht als hätte unser Junghund alles vergessen, was er schon so schön konnte. Keine Angst, er wird sich wieder daran erinnern, es ist nur vorübergehend nicht sicher abrufbar. Das passiert auf einer Baustelle schon mal. Halten Sie es wie beim Film: „Szene  b l e i b  – die dritte“!  Wir plädieren nicht für Narrenfreiheit. Aber für Rücksichtnahme, Geduld, klare Regeln und ein realistisches Training, das auf Wiederholungen setzt.   Wer in dieser sensiblen Phase auf Gewalt und Machtkämpfe setzt ist schlecht beraten und riskiert das Vertrauen seines Hundes. Verabschieden Sie sich von Trainern, die Ihnen zu hartem Durchgreifen raten. 

Lerntheoretisches Hintergrundwissen ist notwendig um den Junghund zu verstehen. Das und einen friedlichen Weg in schwierigen Situationen bieten wir Ihnen gerne im ATH,  auf unseren Elternabenden und in unseren Gruppen.
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Einen ausführlichen Artikel über die Zeit der Pubertät und Adoleszenz lest Ihr von Heike Benzing auf der Seite  www.easy-dogs.net  Hier findet Ihr auch andere interessante und lesenswerte Artikel !

 
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